07 - 07 - 2020

Närrische Kappensitzung im römischen Kolosseum zu Wiebelsheim

Das auch in Wiebelsheim der Karneval die Einwohner in seinen Bann zieht, ist nicht erst mit dem Startschuss der alljährlichen Kappensitzung des TTC Wiebelsheim bekannt. Eben dieser fiel am 13. Februar in der Bürgerhalle zu Wiebelsheim, welche dem Motto entsprechend geschmückt war und als römisches Kolosseum die knapp 260 anwesenden Narren aus nah und fern zum Singen, Schunkeln und Feiern eingeladen hatte. In Begleitung der Garde trat der Sitzungspräsident Walter Weber auf die Bühne und hieß zu Beginn die zahlreichen Zuschauer zur 5. Jahreszeit in Wiebelsheim willkommen.

Gleich am Anfang der rund vierstündigen Sitzung bot sich den Anwesenden ein mit Power vorgetragener Tanz der Jugendtanzgruppe von Ilona Karbach. Das nicht nur Rocky Balboa zu seinen besten Zeiten eine gute Figur im Ring machte, stellten Jaqueline Brennemann, Leonie Bernd, Sarah Daum, Michele Dupont, Yvonne Schulte, Vanessa Hübner, Kim Schygula sowie Anna Becker unter Beweis und heizten ab der ersten Minute das Publikum mit ihrer Darbietung ordentlich ein.

Auch das Oberweseler Prinzenpaar, Dirk I. - Ritter der Vier-Täler-Runde und Prinz von Scherer zu Manubach und Jenny I. - Edle aus dem Weseler-Alt-Adel und derer zu Dötsch und Prinzessin von Schönburg und Meilenstein, ließ es sich nicht nehmen, auf die römische Bühne nach Wiebelsheim zu treten und ihre närrischen Grüsse an das Publikum zu richten.

Das die Toiletten im Bürgerhaus ganz und gar nicht ein „stilles Örtchen“ zu sein scheinen, wusste die Klofrau (Melina Kunz) zu berichten. Als Reinigungskraft der bürgerlichen Nasszelle ist man stets auf dem neuesten Stand, was die aktuellen Gerüchte und Geschichten rund um die Wiebelsheimer Einwohner angeht. Da man als Klofrau keinesfalls der Schweigepflicht unterliegt, konnten die Zuschauer eindrucksvoll auf frisch-freche Art und Weise erfahren, was da hinter der einen oder anderen Haustür im Alltag vor sich geht.

Seit Jahren schon und immer wieder gern gesehen, denn als absolutes Highlight auf der Wiebelsheimer Bühne bekannt, ist das Gardeduo „VanJul“ (Vanessa und Julia Blaeser). Auch in diesem Jahr wusste das Duo die Zuschauer schon am frühen Abend in Hochform zu tanzen. Eindrucksvoll stellten sie abermals unter Beweis, dass sie mit viel Freude und Engagement ihrem liebsten Hobby, dem Gardetanz, nachgehen.

Eine studierte Frau nahm in der Folge die Bütt in ihre Gewalt. Mit rheinischem Witz wusste die aus St. Goar angereiste Diplom-Anwärterin Gisela Welnitz ihre Vorstellungen der närrischen Zeit im Rheingebiet mitzuteilen und machte auf so manch fehlendes Benehmen der Jecken aufmerksam.

Wiederum eine Jugendtanzgruppe, unter der Leitung von Julia Blaeser, war es, welche sich als ein weiterer tänzerischer Höhepunkt der Wiebelsheimer Kappensitzung herauskristallisieren sollte. Der „Nachwuchs“, in Gestalt von Marc Heimburger, Sarah Daum, Vanessa und Kim Schygula, Anna Becker, Jaqueline und Michele Brennemann, Vanessa Hübner, Janina Dupont, Franziska Höft und Katharina Weiler, stellte eindrucksvoll unter Beweis, das man um tänzerische Darbietungen der Extraklasse in Zukunft auf der Wiebelsheimer Kappensitzung keinesfalls bangen muss.

Nach zweimal elf Minuten Pause und einigen Schunkelrunden lud der Sitzungspräsident abermals die zahlreichen Narren zu weiteren Höhepunkten der Kappensitzung ein.

Die Wiebelsheimer Garde war es, welche wieder einmal nicht nur der Kostüme wegen eine super Figur machte. Mit frischem und modernem Gardetanz wussten die Damen zu überzeugen und so galten völlig zurecht Sibel und Aylin Calik, Janine Karbach, Ann-Christin Aßmann, Caroline und Elisa Doorn, Romina Kunz sowie Sarah Singbartl (Springer: Carolina Wagner) die ersten Standing Ovations und tosender Applaus.

Amtsausscheller Manfred Heeb wusste über die neuerliche „Vermählung“ von Laudert und Wiebelsheim zu berichten. Von höchster Stelle auf die Bühne der Aldegundishalle geschickt, berichtete der Beamte über die aktuellen Geschehnisse rund um die Hochzeit der beiden Ortschaften. Auch Zukunftsweisendes, wie etwa eine Obstkultur zwischen den Gemeinden oder einer Wahl der Lauderter Weinhex, konnte man hier erfahren. Ein großer Applaus beim Ausmarsch war Dank für die hervorragend witzig vorgetragene Berichterstattung.

Windkanal 8, welcher im letzten Jahr noch mit Tanz die Wiebelsheimer Jecken in ihren Bann zog, haben dieses Jahr mit einem Vortrag über ihre misslungenen Übungsstunden für die Kappensitzung berichtet. So wurde unmissverständlich darüber berichtet, dass neben der regelmäßigen Hallenbelegung auch die zahlreich zu den Übungsstunden mitgebrachten Schnittchen und Sektflaschen ein Einstudieren eines Tanzes schier unmöglich machten. Iris Bäumer, Ingrid Escher, Uschi Klekotka, Gudrun Fondel, Elke Reez, Monika Höh, Anke Müller, Katharina Weiß, Maria und Doris Leininger, Kerstin Kasper, Angelika Vogel, Valentina Nil und Julia Blaeser ließen die Besucher im Saal mit Witz und Charme an der Misere der Vorbereitungen teilnehmen.

Ein altes Pärchen, vorgetragen von Brigitte und Miriam Kuhn, berichtete im Anschluss über eines ihrer nächtlichen Gespräche im ehelichen Bett. So war es mal wieder der Opa, der seiner Herzdame am liebsten an die Wäsche wollte - diese aber mal wieder Kopfschmerzen hatte. Zwangsläufig ergab sich aus dieser Situation ein Bettgeflüster der besonderen Art.

Hinter die Kulissen der jährlichen Abschlussbesprechung der Freiwilligen Feuerwehr Wiebelsheim haben Uwe Oppermann, Kai Manke, Sascha Stahl, Arno Aßmann, Heinz Becker, Manuel Müller, Torsten Renzler und Martin Engel einen Einblick gewährt. Von Einsätzen vor Ort bis hin zu den zahlreichen Nebenschauplätzen des Wiebelsheimer Alltags wussten die Brandbekämpfer zu berichten. Auch in der Tischrunde waren die Wehrleute stets darauf bedacht ihrer Bestimmung - dem Löschen - nachzugehen. Hier allerdings war es der scheinbar unaufhörliche Durst welcher mit Gerstengebräu gelöscht wurde. Zudem wurden die anwesenden Zuschauer darüber aufgeklärt, warum  gegenwärtig keine Frauen den aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Wiebelsheim antreten.

Zwei schon aus dem letzten Jahr bekannte Abgesandte aus Rom hatten auch diese Session den weiten weg nach Wiebelsheim auf sich genommen, um abermals ihre Hochachtung gegenüber der Wiebelsheimer Gemeinde und deren Politik auszusprechen. Mechthilde Weber sowie Marion Bernd hatten vorgetragen, welche Neuigkeiten aus dem Hunsrückdorf bis nach Rom vorgedrungen sind und diese auf der römischen Bühne wiedergegeben.

Für den letzten Auftritt an diesem Abend galt es nochmals höchste Aufmerksamkeit. Für die Kulissenschieber Bastian und Lukas Kunz hieß es „Bühne frei“, für die Technik in Person von Martin Schinköthe „Musik uff“ - und so war der Weg geebnet für den glanzvollen Auftritt der Wiebelsheimer Quetschepänz, welche in gewohnter Hochleistung ihr Eingeübtes als Mongolen auf der Bühne wiedergegeben hatten. Christoph Becker, Raimund Weyrich, Rudolph Vogel, Manfred Müller, Johann Manke, Ralf Escher, Waldemar Weiß, Dirk Breidenbach und Ralph Timmermanns hatten auch in diesem Jahr unter der Leitung von Elina Weiß, Karin Doorn und Simone Weyrich mit ihrem Tanz das närrische Programm für diesen Abend würdig abgeschlossen.

Zum großen Finale hatten sich alle Akteure des Abends noch einmal auf der Bühne eingefunden und unter musikalischer Begleitung die Stimmung im Saal auf den Höhepunkt gesungen und geschunkelt. Nicht unerwähnt bleiben darf hier die große Zahl von Helferinnen und Helfern abseits der Bühne, die ihren Teil zu einem gelungenen Abend beigetragen haben. (chm)

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